2016 in Philadelphia gegründet, erschien bereits knapp ein Jahr später das selbstbetitelte Debütalbum, welches in der Stoner-Rock-Szene weltweit auf gehörig Anklang traf. Obwohl die Platte durch die hämmernden Rhythmen, dicken Gitarren und hochfliegenden, quietschenden Vocals ganz klar im modernen Stoner Rock Genre einzuordnen ist, erinnert der Sound – ohne irgendwas zu kopieren - stellenweise an die Anfänge von Black Sabbath. Für die kurz darauf folgende zweite Platte wurde besonders an der Riff-Front nochmals eine kräftige Schippe (liegt’s am neuen Schlagzeuger?) draufgelegt. Nach einer erfolgreichen Europa-Tournee 2018, zu der auch das Desertfest Berlin gehörte, wird High Reeper diesen Herbst im Gaswerk einen tonnenschweren Besuch abstatten.
Bereits 2013 gründete der Gitarrist und Sänger Ryan Lee gemeinsam mit Bassist Sam Bryant in Dallas eine Band, die sich voller Inbrunst dem schwer verdaulichen Psychedelic Rock verschrieben hatte. Als es die beiden dann nach kurzer Zeit direkt ins Herz von Texas, nach San Marcos zog, wo sie auch auf ihren Drummer Cameron Martin trafen, wurde unter dem Einfluss verstaubter Hard Rock-Scheiben vermischt mit dem Sound aus dem tiefsten Süden der USA Crypt Trip geboren. Ohne den guten alten Rock neu erfinden zu wollen, schöpft das Trio von Anfang an aus den Vollen: Von Protometal über Psychedelica, Blues, Country, Garage, Classic Rock bis hin zu Jazz entführen euch die Jungs auf eine wilde Achterbahnfahrt, die in einem wahren Trip zurück in die haarigen 70er ihren Höhepunkt findet. Diesen März – nur vierzehn Monate nach dem Vorgänger – bringen die drei Tausendsasas nun bereits ihr drittes Studioalbum „Haze County“ raus, übrigens stilecht komplett auf Vintage-Equiptment eingespielt, und überraschen damit nicht nur ihre Fans, sondern vor allem auch die Kritiker. Anders als erwartet wirkt ihr neuster Streich nämlich keineswegs wie ein unüberlegter Schnellschuss, sondern überzeugt mit seiner Komplexität, die ihren bisherigen Veröffentlichungen haushoch überlegen ist. Zwar bleiben sie grundsätzlich ihrem Psychedelic Rock treu, wenn auch eine Spur sanfter als zuvor, runden die neuen Songs aber mit stilistischen Umwegen ab – eine All-Inclusive-Rundreise durch die musikhistorischen Gefilde der USA sozusagen. Ein bisschen Südstaaten-Flair hier, ein wenig Wilder Westen dort, ein bewusstseinsverändernder Abstecher nach Woodstock, um dann mit Blumen in den Haaren weiter in die Vorstadtgaragen an der Ostküste zu ziehen und so richtig die Sau rauszulassen. Nachdem sie diesen April ihre neuen Songs bereits auf der Bühne des Roadburn Festivals zum Besten gaben – sozusagen als Generalprobe – sind sie nun bereit, dem Gasi-Publikum entgegenzutreten. Und da es den sonnenverwöhnten Texanern im schweizerischen November sicher schnell kalt wird: Lasst uns den Keller zum Kochen bringen!