Dass in der Westschweiz eine sehr vitale und grenzüberschreitende Hardcore-Metal Szene existiert, sollte mittlerweile bekannt sein. Es bleibt jedoch ein Rätsel, warum jene Bands so selten in hiesigen Gefilden live zu erleben sind. Vielleicht liegt es am innovativen Umgang mit den verschiedenen Genres an harter Musik, welcher sich in der Romandie mit Bands wie Knut, Kehlvin und Konsorten bereits mehr als etabliert, in der Deutschschweiz aber irgendwie noch nicht durchgesetzt hat. Aber das soll sich ja von nun an ändern!
Impure Wilhelmina sind in der Genfer Musikwelt schon lange keine Unbekannten mehr, haben sie doch ihren ganz eigenen Stil in den letzten 15 Jahren ihres Bestehens gefunden und immer weiter verfeinert. Ziemlich roh, schleppend, schmutzig und düster, dann aber wieder sehr melodisch und zwischendurch schon fast indieesk ist ihr Sound, welcher jedoch immer einen episch-noisigen und bedrohlich sludge'igen Grundton beibehält. Dabei verbinden sie gekonnt post-rockige Einflüsse mit schwerem Metall und verzweifelten HC-Ausbrüchen. Mit ihren letzten Album „Prayers And Arsons“ hat die Band um Gitarrist und Sänger Michael Schindl ein weiteres Mal bewiesen, dass sie zu Recht zu den herausragenden Schweizer Bands in diesem Genre gehören. Und wer das noch nicht glaubt, der lässt sich am besten live überzeugen!
Ebenfalls aus Genf kommen Elizabeth und servieren uns düsteren und leicht Crust-angehauchten Hardcore der Marke Converge oder Rise And Fall. Wuchtige Drums, präzise Gitarrenriffs und ein Sänger, der sein Organ nicht schont, sind ihr Markenzeichen. Wer sie schon mal auf der Bühne gesehen hat, weiss um ihre Live-Qualtitäten. Nicht umsonst gelten sie spätestens nach der Veröffentlichung ihrer Debut EP „Where Vultures Land“ als eine DER Hoffnungen der Schweizer Hardcore Szene.
Den Abend eröffnen werden When Icarus Falls aus Lausanne, die ihren epischen Post-Hardcore mit eigener Lightshow untermalen und gerne über den musikalischen Tellerrand blicken. Dank ausgeklügelter laut-leise-Dynamik, welche mal von melancholischen Pianoklängen, dann wiederum von mit Cellobögen gespielten Gitarren und Riffwänden bestimmt wird, schaffen sie es, den Zuhörer in ihre Musik hinein zu ziehen.